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29. Januar 2026

Konstruktiver Umgang mit Judenhass im Fokus

Kunst und Funktion

Die Münchner Konferenz „(Dis)comfort Zones“ erforscht vom 7. bis 8. Februar 2026 neue Wege praxisbezogener Antisemitismuskritik in Kunst und Kultur.

In künstlerischen Institutionen und Kulturhäusern sind sie längst zum Alltag avanciert: Konflikte rund um diverse Erscheinungsformen des Antisemitismus, die aktuelle gesellschaftliche und politische Spannungen spiegeln.

Die Bandbreite reicht von Reproduktionen antisemitischer Stereotype in Kunstwerken und Produktionen über Mobbing, Störungen, Boykottaufrufe oder Anfeindungen bis hin zu internen Spannungen, die Institutionen an ihre Belastungsgrenze und darüber hinaus bringen können.

Oft sind Institutionen und ihre Mitarbeitenden damit überfordert, da es strukturell an Übung im Umgang mit antisemitismusbezogenen Konflikten fehlt. Viele haben Angst, sich der gesellschaftlich tabuisierten Thematik zu stellen.

Die vom Institut für Neue Soziale Plastik (Bayern) und den Münchner Kammerspielen in Kooperation mit der Monacensia organisierte Konferenz „(Dis)comfort Zones“ möchte eine Richtungsumkehr erreichen und zur konstruktiven Antisemitismuskritik ermutigen.

Wie kann ein antisemitismuskritisches Arbeiten in der Praxis von Kulturinstitutionen etabliert werden? Welche Strukturen sind dafür notwendig sind, und wie kann Kulturpolitik deren Aufbau unterstützen? Mit praxisorientierten Workshops, Lesungen, Lecture Performances, einem kulturpolitischen Panel und einem Vernetzungstreffen wird sich die Konferenz diesen Fragen nähern.

Stella Leder, Vorstand des Instituts für Neue Soziale Plastik, hebt die gesellschaftliche Relevanz eines konstruktiven Umgangs mit Judenhass im Kulturbetrieb hervor: „Wir gehen davon aus, dass die großen Wissensspeicher Kunst und Kultur seit Jahrhunderten antisemitische Stereotype, Narrative und Bildwelten bewahren und tradieren. Eine kritische und konstruktive Auseinandersetzung von Kulturinstitutionen mit diesem Erbe würde den Künsten zugute kommen – ebenso wie unserer von Antisemitismen verschiedenster Couleur durchzogenen Gesellschaft.“

Die Konferenz „(Dis)comfort Zones“ ist wichtiger Teil der bisher zehnjährigen Pionierarbeit des Instituts für Neue Soziale Plastik, Antisemitismuskritik im Kultursektor zu verankern, einen Austausch zentraler Akteur:innen zu dem Problemfeld zu ermöglichen – und für Antisemitismuskritik aufgeschlossene Kunst- und Kulturschaffende aller Sparten und Positionen miteinander zu vernetzen.

Auf der Konferenz tauschen sich leitende Vertreter:innen namhafter Institutionen verschiedenster Kultursparten aus, darunter:

Prof. Dr. Mirjam Wenzel (Jüdisches Museum Frankfurt), Anton Biebl (Bayerische Staatsgemäldesammlungen), Barbara Mundel (Münchner Kammerspiele), Daniel Kühnel (Hamburger Symphoniker), Clara Weyde (Theater Magdeburg), Matthias Köhler und Natalie Baudy (Schauspiel Erlangen).

In Workshops und Lectures tragen renommierte künstlerische und akademische Expert:innen bei, darunter:

Prof. Dr. Dorothee Richter (University of Reading: Kuration), Prof. Dr. Mona Körte (Universität Bielefeld: Literaturwissenschaft), Prof. Dr. Ethel Matala de Mazza (Humboldt Universität Berlin: Literaturwissenschaft), Prof. Dr. Jan Lazardzig (Freie Universität Berlin: Theaterwissenschaft), Esther Slevogt (Theaterkritik), Florian Hiermeier (Fachstelle für Demokratie München).

Die eröffnende Keynote mit dem Titel „Im Bann der Kunst. Antisemitismus in unterschiedlichen Vorstellungen und Perspektiven“ hält der renommierte Autor und Historiker Doron Rabinovici.


Daten und Fakten:

(Dis)Comfort Zones. Antisemitismuskritik in Kunst und Kultur

Datum: Sonntag, 8. Februar 2026, 11:00-19:00 Uhr

Ort: Therese-Giehse-Halle der Münchner Kammerspiele, Falckenbergstraße 1, 80539 München

Kostenlose Zählkarten sind im Ticketshop der Münchner Kammerspiele erhältlich: muenchner-kammerspiele.de/de/programm/48064-dis-comfort-zones-antisemitismuskritik-in-kunst-und-kultur?activity=48066

Planung und Konzept: Stella Leder und Eva Marburg

Rahmenprogramm

Einführungsworkshop „Gerücht und Gewalt“: Antisemitismus in künstlerischen Kontexten

Datum: Samstag, 7. Februar 2026, 11:00-16:00 Uhr;

Ort: Monacensia im Hildebrandhaus, Maria-Theresia-Straße 23, 81675 München

Anmeldung mit Angabe des beruflichen Interesses unter: veranstaltungen[at]neue-soziale-plastik[.]org.

Mit: Stella Leder, Eva Marburg

Netzwerktreffen für jüdische / israelische und antisemitismuskritische Künstler:innen und Kunst- und Kulturarbeitende aller Sparten

Datum: Samstag, 7. Februar 2026, 17:00-19:00 Uhr

Teilnahme nur nach Anmeldung unter: veranstaltungen[at]neue-soziale-plastik[.]org; Der Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben.

Das gesamte Konferenzprogramm finden Sie hier: neue-soziale-plastik.de/de/aktuelles/2025-06-25-kunst-und-funktion/

Gefördert durch:

Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)

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