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Am 24. September 2026 im Hans Otto-Theater Potsdam

Jüdische Stimmen

Zerrissen und zusammen. Literarische Familienbilder

In der jüdischen Literatur ist das Familienmotiv ein zentrales, vielschichtiges Element. Es dient als Schnittstelle, um das Trauma der Shoah zu verarbeiten, von den nicht mehr Anwesenden zu sprechen, Traditionen weiterzugeben, Generationenkonflikte und die Spannungsfelder jüdischer Identitäten zu verhandeln.

Anknüpfend an das Mini-Festival JÜDISCHE OSSIS startet diese Reihe mit Familientexten jüdischer Autor:innen, die in der DDR gelebt und geschrieben haben: Welche Väter begegnen uns in den Texten von Wolf Biermann, Jurek Becker und Barbara Honigmann?

Welche Rolle spielt das beredte Schweigen des Vaters von Hans, dem Protagonisten in Beckers Roman „Bronsteins Kinder“ für den Sohn? Was hat der Vater im Lager erlebt und wie umgehen damit, dass er mit seinen Freunden in der Datsche am Stadtrand einen gealterten Aufseher gefangen hält? Welche Formen nimmt Familie an, wenn es keine eigene Familie mehr gibt, weil diese ermordet wurde?

Welche Rolle spielt der als jüdischer politischer Häftling nach Auschwitz deportierte und dort ermordete Vater für Biermann und für seinen eigenen Weg als „tapferer Renegat des Kommunismus“? Wie diesem Vater auf die Spur kommen? Und wie sich selbst auf die Spur kommen – schreibend, wie Barbara Honigmann in „Roman von einem Kinde“?

In Form eines Briefs an einen Freund erzählt der Text vom Alltag der Erzählerin, der Geburt ihres Sohnes, dem Besuch einer Synagoge in Berlin, einem Urlaub bei einer Freundin auf Usedom oder der Trennung von ihrem Freund: „Jeden Tag verliere ich meinen ganzen Mut, und jeden Tag finde ich ihn irgendwie immer wieder.“

Zerstreuung, Zugehörigkeit und Suche nach Abwesenden spielen auch in der jüdischen Gegenwartsliteratur eine große Rolle, werden von einer neuen Generation junger Schreibender verhandelt. Zu Gast wird deshalb Anna Schapiro sein, deren Familienroman „Fühlen Sie sich wie zu Hause, aber vergessen Sie dabei nicht, dass Sie zu Gast sind“ am 30. Juli erschienen ist.

Im Anschluss an die Lesung wird es ein Publikumsgespräch geben.

24. September 2026, 19:30 Uhr Hans Otto Theater, Reithalle Box Schiffbauergasse 16, 14467 Potsdam

KÜNSTLERISCHE LEITUNG: Bettina Jahnke, Stella Leder, Eva Marburg, Emma Charlott Ulrich MIT: Jan Hallmann, Janine Kreß, Arne Lenk, Ronni Rath, Katja Zinsmeister, Rita Herzog (Klavier)

TICKETS

In Kooperation mit dem Hans Otto Theater Potsdam

Erstellungsdatum: 19. August 2026
Jüdische Stimmen: Zerrissen und zusammen. Literarische Familienbilder.