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2. Juli 2026

Netzwerk gegen Antisemitismus an Theatern nimmt Arbeit auf

Kunst und Funktion

Beim Gründungstreffen der „Initiative Antisemitismuskritik & Theater“ sind am 28. und 29. Juni 2026 rund 60 Teilnehmende, unter ihnen Mitarbeiter:innen und Leitungen von 19 Stadt- und Staatstheatern sowie zehn freien Theatergruppen, in Augsburg zusammengekommen.

An den Vernetzungs- und Austauschformaten, themenbezogenen Workshops und aktuellen Aufführungen nahmen zudem Einzelkünstler:innen aus allen Theaterbereichen sowie Vertreter:innen des Bunds für Szenografie, der Dramaturgischen Gesellschaft und des Bundesverbands Freie Darstellende Künste teil.

Die Initiative Antisemitismuskritik & Theater hat damit ihre Arbeit aufgenommen. Die Mitglieder des Netzwerks werden auf unterschiedlichen Ebenen darauf hinarbeiten, Antisemitismus in den Darstellenden Künsten entgegenzuwirken und dessen aktuellen Erscheinungsformen zu begegnen.

Fokus auf Umgang mit antisemitischen Vorfällen und gegenseitige Unterstützung

Als konkrete Maßnahmen wurden unter anderem die Teilnahme an Workshops und Fortbildungen zu Antisemitismus sowie die Erarbeitung von Leitfäden zum Umgang mit antisemitischen Vorfällen und Angriffen diskutiert. Die Beteiligung jüdischer und israelischer Künstler:innen und die Entwicklung antisemitismuskritischer künstlerischer Werke oder Diskursprogramme sind ebenso zentrale Anliegen des Arbeitsnetzwerks wie fortlaufender Austausch zu Antisemitismus und gegenseitige Unterstützung unter den Mitgliedern.

Das Gründungstreffen der Initiative Antisemitismuskritik & Theater wurde initiiert vom Institut für Neue Soziale Plastik und in Augsburg gemeinsam mit dem Staatstheater und dem Jungen Theater Augsburg kuratiert und realisiert. Im kommenden Jahr organisiert das Institut für Neue Soziale Plastik das Treffen in Berlin gemeinsam mit dem Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin.

„Mit der Gründung des antisemitismuskritischen Netzwerks für die Darstellenden Künste haben wir einen ersten wichtigen Schritt gemacht. Nun geht es darum, konkrete und nachhaltige Impulse zu setzen – und weitere Bühnen von unserem Anliegen zu überzeugen. Der produktive Geist von Augsburg macht Mut, dass dies gelingen kann“, sagt Stella Leder, Vorstand des Instituts für Neue Soziale Plastik.

„Antisemitische Haltungen, oft verborgen hinter sogenannter Israel-Kritik und Antizionismus, sind auch in Kulturinstitutionen, leider, durchaus verbreitet. Dieses Netzwerk wird diesen Narrativen eine aufgeklärte Praxis entgegensetzen“, sagt André Bücker, Intendant des Staatstheater Augsburg.

„Am Jungen Theater Augsburg setzen wir uns seit Jahrzehnten gegen Radikalisierung und Antisemitismus ein und erreichen viele junge Menschen. Es freut uns sehr, dass wir Mit-Gastgeber des Gründungstreffens waren. Die Initiative zeigt, dass viele in der freien Szene und öffentliche Theaterhäuser gemeinsam eine klare Haltung gegen Antisemitismus einnehmen“, sagt Susanne Reng, künstlerische Leiterin des Jungen Theaters Augsburg.

„An unserem Haus ermöglichen wir jungen Menschen die Begegnung mit Theater, das die vielfältigen Lebenswelten und die drängenden Fragen einer jungen Generation ins Zentrum stellt. In unserer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Positionierungen und Perspektiven bekennen wir uns zu einer diskriminierungskritischen Arbeitsweise. Dass das zweite Treffen der Initiative Antisemitismuskritik & Theater bei uns in Berlin stattfinden wird, freut uns sehr und bestärkt uns in der Haltung, die Parkaue als einen Ort der respektvollen Begegnung zu begreifen“, sagen Alexander Riemenschneider und Christina Schulz, die Intendant:innen des Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin.


Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus

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