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8. Juli 2026

Save the Date: »Jüdische Ossis« ab 22. September 2026 im Festspielhaus Hellerau

jüdischer kulturklub ostberlin

Die installative Ausstellung „Jüdische Ossis“ zeigt Räume der Freiheit und des Rückzugs – von 22. September bis 27. Oktober 2026 im Festspielhaus Hellerau in Dresden.

Wenn der öffentliche Raum eng wird, entstehen Freiräume im Verborgenen: in Moskauer Küchen genauso wie in DDR-Wohnzimmern. An Küchentischen und auf Sitzgruppen drängten sich Künstler:innen und Dissident:innen, tauschten verbotene Literatur, diskutierten unterdrückte Ideen.

Für Jüdinnen und Juden, insbesondere die Generation nach der Schoa, hatten diese privaten Räume besondere Bedeutung: In den 1970er- und 1980er-Jahren suchten sie dort nach einer kritischen Auseinandersetzung mit den kommunistischen Staaten wie auch nach einer neuen jüdischen Identität – zwischen Religion, Säkularismus und reformiertem Kommunismus. Zwischen Moskau und Ost-Berlin entstand ein fruchtbarer, heute fast vergessener Austausch.

Begehbare Rauminstallationen, Film, Hörspiel und Gespräche im Festspielhaus Hellerau

Die vierte Ausgabe von „Jüdische Ossis“ widmet sich diesen Verbindungen und folgt ihnen bis in die Gegenwart. Vom 22. September bis zum 27. Oktober 2026 ist die installative Ausstellung zu Gast im Festspielhaus Hellerau in Dresden – im Rahmen des Programms „Fragments of Life and Art. Jüdisches Leben in Kunst und Kultur“. Die vom Institut für Neue Soziale Plastik (INSP) organisierte Ausstellung lädt dabei zu zwei begehbaren Rauminstallationen, Film, Hörspiel und Gesprächen.

In den Rauminstallationen der Künstler Simon Ostaschenko und Matthias Nebel werden eine Moskauer Küche und ein DDR-Wohnzimmer zu erkundbaren Erfahrungsorten, die um begleitende Hörperformances ergänzt werden.

Eine exklusive Hörspielfassung von Stella Leders „Meine Mutter, der Mann im Garten und die Rechten – Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte“ sowie Audio-Interviews mit Zeitzeug:innen sowjetischer Dissidenz erlauben es den Besucherinnen und Besuchern, in die vielschichtigen Formen von Gegenkultur, jüdischer Erfahrung und Repression einzutauchen.

Zusätzlich sind filmische Interviews mit jüdischen Zeitzeug:innen der DDR zu sehen, darunter André Herzberg, Leah Carola Czollek, Eva Nickel und Ellen Händler.

„In autoritären Regimen offenbart sich Freiheit zuweilen in der größten Enge: im Privaten“, sagt Kuratorin Christina Kettering. „Dort entstand, was in der sozialistischen Öffentlichkeit keinen Platz fand – freie Kunst, Kritik und Gemeinschaft. Zugleich war die Gefahr des persönlichen Verrats nirgends größer. Diesen Widerspruch machen die Installationen erfahrbar – und fragen auch nach der Gegenwart.“


PROGRAMM

Jüdische Ossis IV – Räume der Freiheit und des Rückzugs

Laufzeit: 22. September bis 27. Oktober 2026 Ort: HELLERAU, Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden Öffnungszeiten: Die Installationen sind während des Zeitraums eine Stunde vor und eine Stunde nach Veranstaltungen im Haus geöffnet und frei zugänglich. Auch die filmischen Interviews mit jüdischen Zeitzeug:innen der DDR können während dieser Zeiten angeschaut werden.

Eröffnung: 22. September 2026, ab 18:00 Uhr Führung durch die Installationen, Filmvorführung „Find a Jew“ von Anna Narinskaya und Igor Sadreev, anschließend Gespräch mit den Filmemacher:innen, moderiert von Erica Zingher. Eintritt frei, vorherige Anmeldung erforderlich unter: https://zfrmz.eu/g3dgdQeUnIaq4pLmjzws

Finissage: 27. Oktober 2026, 18:00 Uhr Führung durch die Installationen, Lesung aus Texten jüdischer DDR-Autor:innen – im Mittelpunkt Barbara Honigmanns Porträt „Mischka“. Anschließend sprechen Marko Martin und Sandra Anusiewicz-Baer über das Aufwachsen in der DDR, Freiräume für jüdischen Glauben, Dissidenz und die Gegenwart. Eintritt frei, vorherige Anmeldung erforderlich unter: https://zfrmz.eu/P7DDExYGQfJCxUnuL9uo


In Kooperation mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste


Gefördert durch das Bundesministerium der Innern Aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

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