
Boykottiert: Symposium
Jüdische Künstler:innen und Wissenschaftler:innen zwischen Ausgrenzung und Gegenwehr
Jüdisches Museum Frankfurt – Bertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt am Main
Am 8. November 2026 im Jüdischen Museum Frankfurt
„Eskaliert sofort alle BDS-Kampagnen!“, postete das BDS-Netzwerk am 7. Oktober 2023. Drei Jahre später ist neben diese Aufforderung längst ein „stiller“ Boykott getreten - mit dramatischen Folgen für jüdische Künstler:innen und Wissenschaftler:innen. Auch Kulturinstitutionen geraten angesichts der Kampagnen zunehmend unter Druck.
Wie können sie dennoch Gehör finden und zu einer differenzierten Auseinandersetzung beitragen? Welche Allianzen könnten Veränderungen bewirken? Das Symposium thematisiert die Dynamiken, die von Boykottforderungen im Kultur- und Wissenschaftsbereich ausgehen, wie auch möglichen Strategien der Gegenwehr.
Eintritt frei. Anmeldung erforderlich.
In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt
PROGRAMM DES SYMPOSIUMS:
Vormittag:
11:00 Uhr – Begrüßung und Einführung Prof. Dr. Mirjam Wenzel, Jüdisches Museum Frankfurt, und Stella Leder, Institut für Neue Soziale Plastik
11:15 Uhr – Keynote: Boykott in Deutschland. Der 1. April 1933 als Erinnerungsort Prof. Dr. Norbert Frei, Historiker und Seniorprofessor, Universität Jena
11:45 Uhr – Keynote Prof. Dr. Emile Schrijver, Generaldirektor des Jüdischen Kulturviertels Amsterdam
12:15 Uhr – Q&A zu beiden Vorträgen
12:30 Uhr – Gespräch: Boykott, Bedrohung, Schweigen – Befunde aus der Dokumentation eines jüdischen Netzwerks Prof. Dr. Julia Bernstein, Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft, Frankfurt University of Applied Sciences
12:50 Uhr – Künstlerische Intervention Ido Feder & The Boycottables
13:20 Uhr – Mittagspause
14:00 Uhr-16:00 Uhr – Workshops
Workshop 1: The Boycottables Manifesto (ENG) The workshop explores the role of art within a shifting political reality, at a moment when familiar forms of belonging, solidarity, and resistance no longer seem sufficient. It begins with a short lecture based on The Boycottables manifesto, examining the tragedy of Jewish nationalism and the dramaturgy of antisemitism, followed by practical exercises inviting participants to imagine new artistic positions and strategies. The workshop concludes with a collective discussion of the possibilities—and limits—of artistic action today. Ido Feder (Choreograf und künstlerischer Leiter, Diver Festival Tel Aviv)
Workshop 2: Boykott-Legitimation in den Künsten Die antisemitisch motivierte Geschichte des Boykotts gegenüber Israel erfährt auch innerhalb der aktuellen Kunstproduktion Legitimationsversuche durch fortlaufende Dämonisierung. Der Workshop führt mit einem Input-Vortrag in typische künstlerische Narrative und Bilder dieser Dämonisierung ein und fragt in anschließender gemeinsamer Diskussion, inwieweit diese auf jahrhundertealte Motive des Judenhasses rekurrieren um sie als vermeintliche „Argumente“ für Ausgrenzung und Boykott zu instrumentalisieren. Eva Marburg (Kulturjournalistin und Projektleiterin am Institut für Neue Soziale Plastik)
Workshop 3: Aktuelle Erkenntnisse zu antisemitischen Vorfällen und Boykott Seit dem 7. Oktober 2023 verzeichnet der Bundesverband RIAS eine deutliche Zunahme von Boykottaufrufen gegenüber jüdischen und antisemitismuskritischen Personen und Einrichtungen – auch und besonders im Kulturbetrieb. Der Workshop gibt Einblick in die Datenlage und diskutiert, was die Dokumentation antisemitischer Vorfälle über Muster, Dynamiken und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Boykott verrät. Benjamin Steinitz (Geschäftsführer des Bundesverbandes RIAS) und Stella Leder (Leiterin des Instituts für Neue Soziale Plastik)
Workshop 4: Führung durch das Jüdische Museum mit Sara Soussan (Kuratorin Jüdische Gegenwartskulturen des Jüdischen Museums Frankfurt)
16:00Uhr - 16:30 Uhr – Kaffeepause
16:30 Uhr – Gespräch: Freiheit unter Vorbehalt Dr. Rachel Salamander, Literaturwissenschaftlerin, Publizistin und Gründerin der Literaturhandlung München und Prof. Dr. Eva Illouz, Soziologin, Hebräische Universität Jerusalem und EHESS Paris
17:30 Uhr / 18:00 Uhr Ende
TICKETAUSWAHL
Eintritt frei. Anmeldung erforderlich.
Nach dem Klick auf den Anmeldelink können Sie ein Ticket für Ihren gewünschten Programmpunkt auswählen. Folgende Tickets sind verfügbar:
Tagesticket 11:00 Uhr-17:30 Uhr Vollzugang für das gesamte Symposium, inklusive aller Programmpunkte und einem Workshop Ihrer Wahl.
Vormittagsticket 11:00 Uhr-13:20 Uhr Zugang zum Vormittagsprogramm mit Begrüßung, Keynotes, Gespräch und künstlerischer Intervention.
Workshopticket 14:00 Uhr-16:00 Uhr Zugang zu einem der vier Workshops am Nachmittag. Bitte wählen Sie bei der Anmeldung einen Workshop aus.
Nachmittagsticket 16:30 Uhr-17:30 Uhr Zugang zum Nachmittagsgespräch
Beteiligte
Eva Marburg
Projektleitung Open Arts Hub, Institut für Neue Soziale Plastik

Prof. Dr. Emile Schrijver
Generaldirektor des Jüdischen Kulturviertels Amsterdam


Eva Illouz
Professorin für Soziologie

Rachel Salamander
Literaturwissenschaftlerin, Buchhandels-Unternehmerin und Journalistin

Stella Leder
Leiterin des Instituts für Neue Soziale Plastik

Sara Soussan
Kuratorin Jüdische Gegenwartskulturen des Jüdischen Museums Frankfurt

Prof. Dr. Julia Bernstein
Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft, Frankfurt University of Applied Sciences

Benjamin Steinitz
Geschäftsführer des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS).